Neugier & Zukunftslust: Wie wir Zukunft wieder groß denken – mit Patrick Rammersdorfer
Shownotes
📚 Das neue Buch „Zukunftslust | Die Kultur der kritischen Zuversicht“ Mit Beiträgen von Wolf Lotter & Carl Naughton
🏛️ Mehr zum Ministerium für Neugier und Zukunftslust: ´ 🎁 Mission Future Crew Wer die Zukunft mitgestalten will, ist hier richtig. Teile die Folge, markiere uns, werde Teil der Crew – Zukunft ist Teamwork. ⭐ Support the Mission Wenn dir diese Folge gefallen hat: 🎧 Drück die Glocke auf Spotify ⭐ Gib uns 5 Sterne 🔁 Teile die Episode mit Menschen, die Zukunft neu denken wollen
Denn die Zukunft beginnt mit dir.
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Grüß euch und herzlich willkommen zur neuen Folge von Mission Future.Der Podcast mit Ideen für morgen und Mut für heute, denn unsere Zukunft wartet nicht, sie beginnt und wir können sie gestalten.Du hörst in diesem Podcast großartige Menschen, Impulse, Anregungen und Lösungsvorschläge, wie wir unsere Zukunft großartig gestalten können, weil ganz ehrlich, ich lasse mir die Zukunft nicht mehr schlecht reden.Viel Spaß bei dieser Folge.Grüß euch und herzlich willkommen, liebe Mission Future Crew.Heute aus der Tabakfabrik und die Tabakfabrik ist für mich ein Ort, den ich kennengelernt habe in meiner Selbstständigkeit und ich liebe diesen Ort.Jede einzelne Ecke liebe ich an diesem Gebäude.Und ich darf euch einen ganz besonderen Gast vorstellen, und zwar Patrick Rammersdorfer.Er ist Unternehmer, Berater, Keynote Speaker mit über 30 Jahren Erfahrung in der Selbstständigkeit, hat Handelswissenschaften studiert, Change Management, General Management und ist Gründer und Mitgründer von Proactive GmbH und Initiator und Botschafter übrigens auch des Ministeriums für Neugier und Zukunftslust.Habe ich irgendwas vergessen?Patrick?Ich glaube nicht.Danke, das war schon total schön.Schöne Einleitung.Es klingt so managerial, aber ursprünglich war das natürlich so.Die Ausbildung hat sich aber ein bisschen wegentwickelt.Wunderbare Einleitung.Lieber Patrick, danke, dass ihr heute bei euch sein darf im Ministerium für Neugier und Zukunftslust.Schön, dass wir heute zusammenkommen.Danke, dass du da bist.Ich freue mich sehr und ich bin schon sehr gespannt, was wir jetzt alles reden werden.Ich muss noch einmal in meine Notizen schauen, denn ich habe auch für dich ein Zitat mitgebracht und ich würde gerne wissen, was du dazu sagst.Also was ist das Erste, was dir dazu einfällt.Und Zukunft ist kein Ort, zu dem wir gehen, sondern etwas, das wir erschaffen.Was sagst du dazu?Ja, also ich glaube, das zahlt ganz, ganz stark auch auf die Missionen, die wir uns mit dieser Non Profit Initiative gemacht haben, nämlich, dass wir Zukunft wieder für viele Leute einen Möglichkeitsraum darstellen, den wir selber gestalten.Also ein Ort, zu dem wir gehen, wäre schon etwas Fertiges.Und Zukunft ist nichts Fertiges, sondern das ist gestaltbar.Und ihr habt 2022 dieses Ministerium gegründet.Warum?Wir haben es gegründet, nicht weil uns unbedingt langweilig ist im Sinne von wir haben irgendwie zu wenig zu tun, sondern weil wir einfach gemerkt haben, also meine Kollegin Katharina Ehrenmüller und ich, weil wir einfach gemerkt haben, dass in ganz vielen Kontexten, in denen wir unterwegs sind, egal ob das unifh Kontext ist, wir unterrichten schon sehr lang, sehr leidenschaftlich an verschiedensten Hochschulen, ob das auch wirklich im Unternehmenskontext ist.Wir haben gemerkt, dass nach der Pandemie mit all diesen Dingen, die passiert sind, auch vorher schon und mit allen den Herausforderungen, die da sind, ich formuliere es immer so gerne so österreichisch, die Leute schmäh ausgehen.Und das haben wir mit ganz, ganz vielen unterschiedlichen Rückmeldungen gehört.Junge, toll ausgebildete Leute, die uns gesagt haben, sicher keine Kinder in die Welt setzen, weil die werden das Jahr 2100 leben und das wird alles ganz furchtbar.Also dieses es wird sicher ganz schlimm, bis hin zu einfach Vorstände, Geschäftsführer, Unternehmerinnen, die uns gesagt haben, so schlimm wie jetzt war es noch nie, So unberechenbar wie jetzt war es noch nie.China und USA laufen uns in Europa einen Rang ab.All diese Narrative, die wir uns sozusagen erzählen, diese selbstgemachten Narrative, die wir uns erzählen und der Impuls, etwas zu tun, ist da einfach entstanden.Das heißt, ihr wolltet den Menschen die Hoffnung auf eine gute Zukunft zurückbringen?Ja, ein Stück weit, ja.Wobei der Begriff Hoffnung, vielleicht reden wir über den nur ein bisschen, der Begriff Hoffnung ist vielleicht sogar ein bisschen zu kurz gegriffen, weil Hoffnung alleine, glaube ich, reicht nicht aus, wenn nicht Handeln folgt.Und alleine schon, wie wir auf diesen Namen gekommen sind, war für uns einfach ein spannender Prozess, weil er entstand eigentlich einer Idee und einem Zitat aus einem Buch.Und zwar unser lieber Freund Wolf Lotter, den wir sehr schätzen, hat 2018 so ein schönes Büchlein herausgebracht, so ein schönes kleines gelbes mit dem Titel Innovation, aber wir sagen immer mit dem viel schöneren Untertitel Streitschrift für barrierefreies Denken.Das heißt, es geht nicht um Innovationsmethoden, sondern wie können wir uns als Gesellschaft erneuern und was können wir tun, auch in der Wirtschaft, vor allem in Mitteleuropa, was können wir machen?Und darin in dem Buch hat er den Gedanken verpackt und hat Eigentlich braucht man kein Ministerium für Digitales, obwohl es das in Österreich, in Deutschland, sehr wohl auch in vielen anderen europäischen Ländern gibt.Aber das Digitale ist sowieso, das ist da, das setzt sich durch, da sind Geschäftsmodelle dahinter etc.Und er hat das so schön geframed und wir haben das noch ein bisschen ergänzt, weil wir gesagt, vor 200 Jahren hat er auch die Dampfmaschine kein ministerium braucht.Vor 100 jahren hat das Fließband ganz gebraucht und das waren damals die Technologien, die die Lebens und Arbeitswelten der Menschen völlig durcheinander gewirbelt haben, ähnlich wie es heute schon die Digitalisierung in einem großen Maße macht.Die hat gesagt, eigentlich müsste man was wieder machen, wir müssten den Entdeckergeist wieder fördern und hat eben aus philosophischen Gedanken formuliert, es bräuchte ein Ministerium für Neugier.Und wir haben uns überlegt, dass das ein guter Gedanke ist, aber uns was fehlt dabei?Nämlich uns fehlt die Lust auf Zukunft.Nicht die Neugier alleine, sondern das Handeln, also das, was man der Hoffnung eben dementsprechend auch ansetzen muss.Und aus unserer Sicht, wir sind, muss ich ehrlich sagen, hochpolitische Menschen, jetzt nicht parteipolitisch, aber wir interessieren uns auch sehr für Politik und gesellschaftliche Entwicklung.Und mit Zukunftsangst kann man derzeit sehr viel politisches Klargold machen, degrassiert.Und dieser Zukunftsangst müssen wir dringend etwas entgegensetzen, nämlich positive Bilder von der Zukunft, die uns aber auch nicht nur in Sicherheit wiegen, dass eh alles gut wird, sondern die uns animieren, etwas zu tun.Da möchte ich gleich einhaken, Gibt doch unserer Mission Future Crew 2 drei positive Zukunftsbilder mit.Ich denke, dass die Zukunftsbilder, die vor uns liegen, derzeit natürlich sehr, sehr stark von den Narrativen geprägt sind, die wir haben.Und wenn man natürlich realistisch auf die Welt hinschaut, faktenbasiert auf die Welt schaut, dann stehen wir vor riesigen Herausforderungen.Also Zukunftsbilder sind ja nicht dazu da, positive Zukunftsfantasien zu sein, die uns jetzt verleiten lassen, es wird eh alles gut und irgendwer erfindet schon was.Und dennoch glaube ich, dass es sehr viele Dinge gibt, wo wir sowohl etwas tun können.Ich glaube, wir haben in Europa eine Riesenchance in einer Phase wie jetzt uns eigentlich neu aufzustellen.Geopolitisch verändert sich die Lage wie selten zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg.Und wir könnten mir dann Selbstbewusstsein und in einer bestimmten Art und Weise auch neue Wirtschaftsfelder aufmachen, Cleantech, Green Tech, Offensiven.Wir könnten uns ganz anders positionieren zu Themen, die derzeit erodieren in der Welt, Gleichberechtigung, tatsächlich liberale Demokratie, all die Dinge, die wir eigentlich so schätzen gelernt haben und für so selbstverständlich halten.Und die sind alle nicht weg, sondern im Gegenteil, wir können die ausbauen.Also wir haben riesige Chancen, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen.Und ich glaube, dass es ganz viele Bilder gibt, die wir alle miteinander erzählen müssen, indem wir sowas erzählen.Ich nenne das immer so unsere gemeinsamen Heldentaten.Also weniger weg von dem zu sagen, eine Person richtet das schon irgendwie.Wir sehen, was mit der Rotkappel-Bewegung in den USA.Passiert, wenn man sich auf eine Person verlässt, mit natürlich vielen Spinduktoren dahinter, aber weg von dem.Sondern wir müssen beginnen, uns gemeinsame Heldendaten zu erzählen, die wir gemeinsam machen und die uns nach vorne ziehen.Und da gibt es Tausende, die mir einfallen, aber ich will es gar nicht vorwegnehmen, weil ich glaube, wir brauchen mehr Leute, die mehr solcher Heldentaten erzählen.Okay, aber lass uns da Ich lasse dich nicht aus.Ich hätte trotzdem gern eine Heldentat, die wir uns gemeinsam erzählen können.Oder was macht ihr um diese Zukunft Schluss und Neugier jetzt konkret zu steigern?Wir nehmen Menschen in die Verantwortung, selbst zu denken und selbst zu handeln.Das klingt jetzt recht groß, aber das ist eigentlich das Ziel.Und ja, eigentlich auch nicht so sympathisch, oder?Wenn du das einer Person am Anfang erzählst, dann finde ich das vielleicht gar nicht so cool.Sicher nicht jeder, aber ich glaube, es geht jetzt auch nicht um.Also uns geht es sicher nicht um das Thema Sympathie, wobei man muss schon sagen, wenn man so eine Initiative macht, dann muss die auch leichtfüßig und niederschwellig und spielerisch rüberkommen.Sonst sagen die Leute sofort, hu, furchtbar, darf auch nicht so akademisch sein, obwohl wir sehr stark auf fundierte, faktenbasierte Theorie setzen.Aber ich mache ein wunderbares Beispiel.Wir haben ein Format kreiert.Mittlerweile sind über 1000 Schülerinnen haben das Format schon absolviert.Das nennt sich Great your City.Gemeinsam mit der Stadt Linz haben wir das entwickelt.Wir haben es auch schon in Krems an der Sommeruniversität gemacht und versuchen sie jetzt auch gerade noch in andere Städte zu bringen.Aber wie funktioniert so ein Format?Schülerinnen kommen ins Rathaus, in dem Fall in Linz, und entwickeln am Vormittag lang in einem bestimmten Workshop Format Ideen für eine lebenswerte Stadt der Zukunft.Und ab dem Moment, ab dem sie die Ideen entwickelt haben, nehmen wir sie in die Verantwortung.Und was musst du dafür tun, wie kannst du die einbringen, welche Verantwortung musst du übernehmen, dass diese Ideen ins Leben kommen und die Schülerinnen müssen dann, die dürfen dann in den Gemeinderatssaal, wo normalerweise die hohe Politik tagt und müssen dann wirklich wie in einer Gemeinderatssitzung ihre Ideen beispielsweise argumentieren, gegeneinander verteidigen, merken, was heißt eigentlich Demokratie?Ich kann mich nicht einfach durchsetzen, ich muss werben, ich muss Kompromisse eingehen, ich muss vielleicht auch einmal etwas nachgeben, um etwas anders zu bekommen und damit kommen sie in ein Gefühl, ich bin handlungsfähig.Und ich glaube für Menschen ist für mich zumindest die Psychologie sagt es ja auch in anderen Bereichen, für Menschen ist es extrem wichtig, dass sie sich handlungsfähig fühlen und gleichzeitig sowas wie Selbstwirksamkeit erleben.Also im Sinne von es ist nicht wurscht, was ich tu, mir begegnen so viele Leute, die ist doch egal, was ich tue, dieser kleine Mini Anteil, der geht nicht Und ich erlebe auch ganz viele, die sagen, es ist wurscht, was wir in Österreich tun, so lang die in China, das ist meistens das wunderbare Beispiel und das lasse ich nicht gelten, weil kein Anteil ist zu klein und ganz viele kleine Anteil sind ein riesengroßer Anteil.Was macht ihr jetzt?Also du hast schon gesagt, ihr habt Initiativen für Schülerinnen und Schüler und ihr habt auch diesen wundervollen Neugierde Salon.Was ist da der Sinn und Zweck davon und wie funktioniert das?Der Neugierde Salon, also das Schülerinnenformat ist tatsächlich eher die Ausnahme.Wir richten uns an alle Altersgruppen, Also das ist ja kein, also Wolf Lotter sagt so gerne, es gibt geistige Stubenhocker in jedem Alter, aber es gibt Freigeister in jedem Alter.Das heißt, wir sehen das wirklich von 8 bis 120, der Neugier Salon ist ein Format, das wir im Sinne der Tradition von Wiener Salongesprächen wieder gemacht haben, ähnliches Setting, das wir zwei machen, nämlich wir laden uns aus unserer Sicht Menschen ein, die für bestimmtes Thema stehen, das natürlich irgendwie zu Neugier und Zukunftslust irgendwie dazu passt und versuchen mit denen salonartig ins Gespräch zu kommen.Das ist jetzt primär nichts Besonderes, aber was wir versucht haben, ist einerseits natürlich Leute vor Ort zu haben, die logischerweise dabei sein können und wir haben aber das Glück, das große Glück muss man dazu sagen, dass wir ein mittlerweile relativ großes Botschafterinnen Netzwerk haben.Du bist ja auch dankenswerterweise engagierst dich für die Sache, die wir gut finden.Das sind jetzt fast schon Leute und die sind eigentlich hauptsächlich im deutschsprachigen Raum verteilt.Österreich, Deutschland dominiert natürlich ein bisschen, aber auch in der Schweiz gibt es einige.Und jetzt wissen wir, dass wir natürlich Menschen in Hamburg, in Bielefeld, in Bamberg, in Innsbruck, in Zürich, in Graz mit dem SAL nur erreichen können, wenn wir sich was Besonderes einfallen lassen.Deswegen haben wir das Format so gewählt.Botschafterinnen, die bei sich selbst im Büro zu Hause, wo sie eine Möglichkeit haben, dass sie Menschen einladen, einen Salon veranstalten und Menschen physisch zusammenkommen, die kriegen exklusiv den Zugang zu dem Gespräch, schauen Sie das an, aber sollen dann nicht einsam vorm Laptop sitzen, den Laptop zuklappen und ich weiß nicht, danach gleich die Wäsche machen und nie wieder dran denken, was da in dem Gespräch war, sondern danach in den Diskurs gehen, danach sich überlegen, wir schicken ihnen Fragen, was sie diskutieren können, ob sie es machen oder nicht, obliegt ihnen.Aber in den Diskurs gehen, was können wir tun?Jetzt haben wir was gehört, jetzt haben wir angeregt, was können wir tun?Und das funktioniert recht gut, weil wir damit mit einem Salon live gleich ein paar hundert Leute erwischen, die halt wirklich explizit für die Sache physisch zusammenkommen.Ich glaube, wir brauchen diese physischen Begegnungen ganz, ganz stark.Bleiben wir noch mal ganz kurz beim Thema Zukunft.Wo soll es hingehen mit eurem Ministerium?Naja, das Ziel ist schon ein großes, also nachdem wir jetzt schon eine relativ große Community haben mit fast Menschen ist schon das Ziel, eigentlich möchte man die größte Community für die Themen Neugier, Zukunftslust, Transformation, Innovation in Europa werden.Ich sage bewusst und explizit Europa, weil wir a daran glauben, dass Europa das braucht in einem gewissen Maße und b, weil wir überzeugte und wie man so schön sagt, glühende Europäerinnen sind und auch die Europäische Union für ein großartiges Konstrukt halten.Und wenn wir mit einer Community, die wächst und wächst und wächst und die gerne aus meiner Sicht so groß werden darf, wie ich möchte, gar nicht beschränken, dann glauben wir, dass es einen Impact hat.Weil wenn eigentlich einzelne Menschen untereinander in ihren Bekannten, in ihrem Freundeskreis, im Job etc.Wirklich nur einmal in der Woche eine andere Perspektive zum Thema Zukunft einnehmen, in Gesprächen mit anderen und wenn es viele, viele Leute gleichzeitig machen, dann könnte es sein, dass wir Umdenken haben und dass man dieses, ich glaube schon sehr selbstgemachte negative Narrativ in Europa, dass wir uns erzählen, wir sind am absteigenden Ost, wir sind gut Old Europe, die anderen rennen uns davon, das Spiel der Digitalisierung ist schon verloren.All diese Dinge, dass wir das drehen müssen, weil Wirtschaft und Gesellschaft ist Psychologie und wir brauchen einfach andere Vibes.Das ist so mittlerweile schon altenglisches Wort, aber ich glaube, du weißt, was ich meine.Wir brauchen einen anderen Grundtonus an Denken und an Fühlen und an Haltung.Lass uns ein bisschen mehr in deine Geschichte eintauchen.Woher kommt es, dass du Hey, ich will meine Selbstwirksamkeit so wie du jetzt einfach auch leben und erleben.Warst du schon immer ein grundpositiver Mensch?Vermutlich schon, ja.Vermutlich wird das so gewesen sein.Zumindest kann ich mich jetzt nicht zurückerinnern.Natürlich gibt es wie in jedem Leben Phasen, wo es bergauf und bergab geht, Aber grundsätzlich glaube ich, war ich sicherlich eher ein positiver Mensch.Ich komme, ich komme aus einer Arbeiterfamilie und aus einem Arbeiterviertel und ich habe relativ schnell gemerkt, dass ich eigentlich irgendwie dort und ich meine das jetzt wertfrei, dass ich das für mich nicht will, dass ich das einfach 1 zu 1 übernehme und das so weitermache.Das wäre recht leicht gegangen, weil das halt einfach so ein System ist.Ich komme aus Steyr, aus einem Stadtteil, der heißt Münchholz, das ist ganz stark arbeiterlastig und ich hätte alles machen können, was mein Vater schon gemacht hat und eins zu eins in die selbe Unternehmen zu gehen, Steyr, Templer, Buch und dann halt die Folgeunternehmen daraus.Man hätte eine Wohnung im selben Bezirk bekommen, das ist alles so eine.Man hat einen sehr vorgefertigten Ort gehabt, den hätte man nicht verlassen müssen.Ich glaube, dass das viele auch getan haben und ich wollte es irgendwie nicht.Ich wollte einfach irgendwie raus und hab mir gedacht, das kann es nicht sein.Da gibt es mehr.Und ich hatte Gott sei Dank Eltern, die das sehr gefördert haben, dass man da auch wirklich sich anders orientiert und das anders macht und neugierig dem nachgeht, was man selbst macht.Und in meiner wahrscheinlich jugendlichen Naivität war mein Lieblingswunsch in der Schule, also in der Handelsakademie vor der Matura schon, dass ich gerne Unternehmer sein möchte.Und ich weiß nicht, ob du das auch gehabt hast, aber man musste bei uns, wenn man Maturant war, musste man beim Jahresbericht hinschreiben, was macht man nach der Schule?Und das ist abgedruckt worden in dem Jahresbericht.Und ich habe damals, glaube ich, hingeschrieben, Studium, Handelswissenschaften und Unternehmer.Und ich weiß, da haben Sie einige, einige lustig gemacht darüber, aber ich habe mich tatsächlich dann mit 19 selbstständig gemacht und das war irgendwie eine super spannende Reise, die ich irgendwie bis heute nicht aufgehört habe und die ich auch nicht aufhören möchte.Was ist das Schöne am Unternehmertum?Es ist wahrscheinlich gar nicht mehr so leicht zu beschreiben, weil es für mich keine andere Option dazu gibt.Aber das Schöne ist, gestalten zu können und halt einfach, ich glaube, im Unternehmertum, und zwar relativ egal, glaube ich, was man tut, hat man eine extreme Selbstwirksamkeit, nämlich im Sinne dessen, im Negativen, wenn man nichts tut, kommt nichts.Und im Positiven, wenn man etwas tut, passiert was.Und das ist für mich einfach der Antrieb, unternehmerisch tätig zu sein.Für mich ist das Schönste auf der Welt, Unternehmer zu sein und einfach Dinge angehen zu können und natürlich Dinge zu bauen, die einen auch nähren und natürlich auch dafür sorgen, dass man ein gutes Leben führen kann, aber gleichzeitig auch sein eigenes Spielwiesen zu bauen, auf dem man sie ausprobieren kann.Und das habe ich für mich selber gefühlt hingekriegt und ich kann mir nichts anderes vorstellen.Jetzt sehe ich da gerade an eurer wundervollen Wand die Welche Fragen stellt die Zukunft?Und ich würde gerne Welche Frage stellst du der Zukunft?Welche eine Frage würdest du der Zukunft stellen, wenn es jetzt da war im Raum?Wenn die Zukunft im Raum wäre, was würde ich hier für eine Frage stellen?Das ist eine sehr gute Frage, die haben wir so auf die Art und Weise noch nicht überlegt.Wahrscheinlich würde.Es eine Frage oder Forderung ist, aber eigentlich würde ich von der Zukunft nicht gerne wissen, wie sie wird, weil sie ist ja per se noch nicht und sie ist ja gestaltbar, sondern ich würde schon gern von ihr wissen, wie kann sie uns bestmöglich dabei unterstützen, sie frei zu denken und uns nicht einzuengen?Also ich würde die Zukunft eher bitten und von ihr fordern, eine nicht zu starre Zukunft zu sein.Ich würde sie wahrscheinlich bitten, dass sie ihre Brüder und Schwestern mitbringt, weil ernst gemeint, wir sprechen die Zukunft so gut wie möglich nicht im Singular, sondern wir reden immer über Zukünfte, weil wir wissen, es gibt wahrscheinlich alternative Zukünfte, die auf uns zukommen können und irgendeine davon wird eintreten aber wir denken nicht an die alle lineare Zukunft.Eigentlich wäre es, wenn ich es als Frage formuliere, würde ich sagen, eng.Wie kannst du uns bestmöglich unterstützen, uns nicht einzuhängen?Und wie kannst du deine Brüder und Schwestern mitbringen, sodass du nicht alleine da bist, sondern wir 4, 5, 6 alternative Zukünfte vor uns sehen.Was machst du an Tagen, die irgendwie dunkelbunt sind, die nicht so sind, wo du sagst, du bist nicht so in dem Wipe, wie wir schon gesprochen haben.Wie schaffst du es, wieder in deine Selbstwirksamkeit zu kommen?Es gibt Tage, da komme ich nicht in die Selbstwirksamkeit.Es sind Gott sei Dank, wirklich, glaube ich, wenige.Vielleicht ist es der Vorteil, dass man sich beruflich mit sowas beschäftigen darf.Wir versuchen tatsächlich, wir haben das jetzt in unserem bald erscheinenden Buch, über das ich vielleicht noch ganz kurz was erzählen kann, versucht auch niederzuschreiben und haben uns Gedanken gemacht, was sind denn so kleine Hacks, ist einfach heute das neudeutsche Wort für diese kleinen Interventionen, die man mit sich selbst machen kann.Was sind denn so verschiedenste Hacks?Wir haben die Futuri genannt, wo man halt einfach in Zeiten, die dunkelgrau, dunkelbunt sind, tatsächlich auch für sich oder für ein Team was tun kann.Und das sind halt natürlich Dinge, die man kennt aus der positiven Psychologie, auf die Dinge hinzuschauen, die gut laufen, auf die Dinge hinzuschauen, die klappen, auf die Dinge hinzuschauen, für die man dankbar ist.Und das kann man in Mitteleuropa jeden Tag, wo man aufwacht, in Mitteleuropa kann man das eigentlich sein, dass man dankbar sein sollte für viele Dinge.Das heißt, das sind so kleine Interventionen, die helfen.Zusätzlich würde ich sagen, vielleicht ist das was Persönliches, es ist was Banales.Es ist Musik, welche bei dir, das.Ist ein sehr breites Genre, das Wichtigste ist.Und deswegen fahre ich nach wie vor extrem gern, Auto laut mitsingen zu können.Es ist eigentlich für mich, glaube ich, der Stimmungsaufheller pur.Ich singe auch gerne vor Menschen oder vor Publikum im Freundeskreis.Wir singen tatsächlich öfter gern miteinander, aber am besten ist das tatsächlich, wenn ich merke in der Früh, ich fahre und es ist grau in grau, jetzt haben wir gerade November und der Geist und der positive Geist springt nicht an, dann ist das wirklich eine Stunde im Auto Musik kochen und Singer und unterschiedlichste Lieder hören, ein mega Stimmungsaufheller, du hast mich.Jetzt neugierig gemacht und zwar auf euer Buch.Was ist das für ein Buch?Wann kommt es raus?Was steht drinnen?Das Buch kommt jetzt Anfang Dezember raus, das heißt, es geht tatsächlich nächste Woche in den Druck, auf das wir uns sehr freuen, also nächste Woche erst Ende November.Das Buch heißt Zukunftslust mit dem schönen Untertitel Die Kultur der kritischen Zuversicht.Das heißt, wir versuchen uns einerseits natürlich mit dem Konstrukt der Zukunftslust auch mit ganz viel theoretischer Unterfütterung anzunähern, im Sinne dessen, dass wir sagen, es braucht Zuversicht, aber es braucht auch kritische Zuversicht.Wir nähern uns ja eher über das Thema Possibulismus als reiner naiver Optimismus an bestimmte Themen und versuchen einfach hier viele Sachen zu beschreiben, wie man eben diesen Möglichkeitsraum im Kopf, aber auch für andere wieder aufmachen kann.Wir haben schönes Vorwort von Wolf Lotter mit drinnen.Wir haben ein schönes Kapitel von Karl Norton, der renommierteste, bekannteste Transformationsforscher zum Thema Neugier ist mit drinnen über psychologisches Kapital.Also wie kann man auch das tatsächlich für Organisationen berechnen, dass sich Investitionen, Neugier und Zukunftslust rechnet.Und last but not least haben wir ein paar Futurio Hacks bereits mit drinnen, die wir anreißen, also praktische Tipps für jedermann, jede Frau in unterschiedlichsten Situationen.Das heißt, diese Folge wird ja vor Weihnachten ausgestrahlt.Ich werde alles, was wir brauchen, in die Show Notes reingeben und wenn wer nur sagt, hey, ich habe jemanden, der könnte sowas brauchen, sehr, sehr gerne.Man unterstützt mit einer Non Profit Initiative, wir finanzieren alles selber, wir wollen so gut wie möglich unabhängig bleiben von allen, weil damit können wir auch alles machen, was wir wollen mit der Initiative.Man unterstützt natürlich dadurch auch das Ministerium, aber ich glaube, man hat auch wirklich ein schönes Werk, mit dem man Freude hat.Wie würdest du einer Fünfjährigen dein Wirken jetzt beschreiben?Ganz heruntergebrochen vielleicht in ein paar Bildern.Was wäre es, was der Kern eurer Arbeit, deiner Arbeit ist?Der Arbeit beim Ministerium.Meinst du?Ich glaube, einer Fünfjährigen ist am leichtesten zu erklären.Schwieriger wahrscheinlich als meine eigene Mutter.Leichter als wie meine eigene Mutter.Dort ist es wahrscheinlich schwieriger.Fünfjähriger würde ich einfach nur sagen.Wir versuchen das für alle Menschen, die nicht mehr Kinder sind, zu kultivieren, dass sie genau diese kindliche Neugier und diese Lust auf Zukunft sich bewahren über das Alter hinweg.Und ich würde sagen, ich weiß nicht, wie es bei dir war, aber bei mir war es als Kind und als Jugendlicher war Zukunft ein Sehnsuchtsort.Das heißt, ich habe mich immer gefreut öder zu werden, weil man hat immer mehr Nerven und mehr Kenner und irgendwann kommt mir vor, kommt das bei vielen abhanden und man hat eigentlich nur Jetzt bin ich schon so alt und jetzt bin ich schon so und alles wird schlechter und so weiter.Und eigentlich würde ich einer Fünfjährigen sagen, wir probieren genau das für Menschen entweder zu kultivieren oder zu rekultivieren, dass Zukunft eine Sehnsucht zu bleiben kann, nicht mehr gestalten können.Lieber Patrick, vielen Dank für dieses super spannende Gespräch.Wir sind am Ende dieser Folge angelangt und ich habe so wie bei allen meinen Gästen und Gästinnen dir ein Geschenk mitgebracht und zwar das Mission Future Crew Armband.Sehr cool.Das möchte dir überreichen.Ja, danke.Das werde ich gleich anlegen.Passt ja sogar perfekt.Das ist ja wie man es nicht.Abgesprochen, aber es passt ja tatsächlich habe ich schon versucht ein rotes zu bekommen.Aber es passt zu meinem Pulli, dass.Das grün ist natürlich auch sehr cool.Und ich habe jetzt am Ende noch kurze Fragen, kurze Antworten.Ist das okay für dich?Vollkommen.An welchem Ort würdest du?Also in welche Zeit würdest du gerne.Reisen, wenn alles möglich wäre in den er Jahre?Weil weil ich diese Zeit unglaublich cool gefunden habe, vor allem tatsächlich in Österreich.Ich würde sogar gerne bleiben, weil das eine Zeit des Aufbruchs war, wo dieses doch noch etwas sehr braun verkrustete Österreich langsam aufgebrochen ist, wo sehr viele Pioniere etwas geleistet haben, wo die Studentenbewegung in Österreich ist, vielleicht weniger in anderen Ländern stärker, wo die Studentenbewegung wirklich einen sozialen Umbruch eingeleitet hat.Ich würde diese Zeit wahnsinnig spannend finden, weil ich sie nicht erlebt habe.Warum wird die Zukunft großartig?Weil wir, wenn wir daran glauben, sie gestalten können.Was ist das, was du jeden Tag versuchst zu gestalten?Einerseits einen Möglichkeitsraum für mich zu gestalten, der einfach mir die Möglichkeit gibt, Dinge zu machen, die mir taugen und gleichzeitig den auch für andere Menschen zur Verfügung zu stellen.Was für ein Produkt würdest du dir aus der Zukunft sofort kaufen, egal wie teuer.Das ist.Etwas, das uns Menschen allen hilft.Die größte Herausforderung, die ich derzeit sehe, nämlich diese drohende Klimakatastrophe zu lindern.Und was möchtest du nicht in die Zukunft mitnehmen?Verkrustete alte Bilder, Haltungen, die permanent nur die Sehnsucht kultivieren, wieder in die Er er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückzugehen.Ich würde mich freuen, wenn sowohl ich, der sicher auch Anteile davon hat, als auch ganz viele andere Menschen das zurücklassen würden.Lieber Patrick, herzlichen Dank für dieses tolle Gespräch.Bitte sehr gerne.Liebe Mission Future Crew, danke fürs wieder mit dabei sein und die letzten Worte dieser Folge gehören dir.Was möchtest du der Mission Future Crew noch mitgeben?Cool, dass es eine Mission Future Crew gibt und dass ihr euch für Dinge engagiert.Man ist niemals zu klein, um einen Unterschied zu machen.Das ist eigentlich die wichtigste Botschaft, die ich für uns alle noch einmal mitgeben möchte.Danke, dass du auch heute bis zum Schluss mit dabei bist.Teile gerne als Mission Future Crewmitglied diese Folge.Schick sie weiter, drück die Glocke bei Spotify und gib uns 10 Sterne.Lassen wir gemeinsam die Zukunft in den schönsten Farben erblühen.Und dazu brauchen wir dich, denn die Zukunft beginnt mit dir.Bis zum nächsten Mal.
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